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Mein Weg zur Plus Size Fashion Bloggerin. Aus der Schwäche eine Stärke machen!

SchoenWild Plussizemodel Hamburg

Hej meine Lieben,

heute melde ich mich mit einem ganz speziellen Thema. Und zwar geht es um meinen Weg zur Plus Size Fashion Bloggerin.

MEIN WEG: WIE ALLES BEGANN 

Schon ganz früh wusste ich, dass ich etwas machen möchte was es so noch nicht gibt. Etwas mit Journalismus, aber anders. Etwas in dem ich all die Sachen einfließen lassen kann, für die mein Herz höher schlagen: Ideen ausdenken, zeichnen, fotografieren, schreiben, schminken. Und ich wusste auch schon früh, dass ich immer gerne mein eigener Chef sein will.

Aber erklär das mal deiner Familie. Keine Chance. Sie hätten sich für mich eine solide Ausbildung als Hotelfachfrau gewünscht. Ohne Abi. Ohne Studium.

Ich hatte aber mindestens schon genau so früh meinen eigenen Kopf und habe all das gemacht wovon ich schon immer geträumt habe. Und ich habe mich nicht von meinem Weg abbringen lassen, auch wenn mir mein engstes Umfeld davon abriet. Ich habe auf mein Herz gehört. Ich habe das Abitur gemacht und anschließend Kreativ Konzeption studiert.

Doch auf diesem Weg ist etwas ganz wichtiges passiert. Vor 4,5 Jahren ging mein Blog online.

MEIN WEG: SchönWild. 

Den Namen habe ich mir während einer Vorlesung ausgedacht, als ich mich fragte „Wie würdest du dein ganz eigenes Business nennen?“ SchönWild, weil ich alle Sachen verbinden wollte dich ich gerne mag, also ein wilder Mix. Aber Wild steht auch für den Hirschen, mein Lieblingstier, weil es elegant ist und mich an Skandinavien erinnert. So viel zur Namensentstehung.

Zurück zum Blog: Ich hatte keine Ahnung von Technik, von einem Logo, einer CI oder was es sonst noch braucht um ein eigenes Business aufzubauen. Ich hatte eine einfache Digitalkamera. Die habe ich genommen und einfach gemacht. Und mir nach und nach alles Step by Step aufgebaut.

Ich wusste schnell, dass es genau das ist worauf ich all die Jahre hingearbeitet habe und das sich jede Stunde gelohnt hat die ich mit freiwilligen Praktika bei Funk- & Fernsehn verbrachte, als ich Fotoshootings organisierte und nebenbei Make-up Artistin wurde. Doch mir fehlte etwas. Der Mut. Ich hatte Angst belächelt und ausgelacht zu werden, wenn ich meine Gedanken mit dem Rest der Welt teile. Die Szene war zu dieser Zeit noch absolut nicht professionalisiert und Berufsblogger gab es so gut wie keine. Und Outfit Posts, so wie ich sie heute wöchentlich veröffentliche auch noch lange nicht.

MEIN WEG: AUFGEBEN ODER WEITERMACHEN? 

Mein Weg ging immer weiter. Doch eines Tages stellte ich mich vor die Wahl: Entweder ich gebe auf oder ich nehme meinen Mut zusammen und mache weiter und zeige mich so wie ich bin. Ich entschied mich für letzteres. Aufgeben kommt für mich nicht in Frage, wie ihr schon am Anfang des Beitrages lesen konntet.

SchoenWild_Model_PlusSize_Outfit

Im April 2014 postete ich mein erstes „Outfit of the Day“. Wie viel Überwindung das gekostet hat, könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Ich war sehr unsicher. Mein Körper war für mich zu diesem Zeitpunkt immer noch etwas befremdliches. Zu gerne wäre ich immer ein wenig dünner, ein wenig hübscher, ein wenig (was auch immer) gewesen, nur nicht ich. Über viele Jahre wurde mir von anderen eingeredet, dass ich nicht gut bin so wie ich bin. Das mein Kleidungsstil immer noch etwas anders sein könnte, dass mein Make-up zu stark sei, etc. Die Negativspirale in meinem Kopf nahm zu diesem Zeitpunkt kein Ende.

SchoenWild_Model_PlusSize_Outfit

Hier war mein zweiter Outfit Beitrag auf dem Blog. Erst drei Monate nach dem ersten Beitrag. Das war das erste Mal, dass ich ein Kleid „beinfrei“ trug. Ihr müsst wissen, dass ich selbst im Sommer hochgeschlossen gekleidet war, weil ich mich super unwohl gefühlt habe. Ich hatte ständig Angst vor blöden Blicken und fiesen Kommentaren. Das Feedback zu diesem Post war großartig und es bestärkte mich weiterzumachen.

MEIN WEG: ICH BIN GUT. GENAU SO WIE ICH JETZ BIN. 

Curvy Girl in Bikini at the Beach, Plus Size Frau im Bikini am Strand Curvy Girl in Bikini at the Beach, Plus Size Frau im Bikini am Strand

BÄM. Ich habe mich getraut. Ich zeige mich im Bikini am Strand. Hätte man mir das vor ein paar Jahren gesagt, ich hätte es niemals für möglich gehalten.  Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie viel positives Feedback ich für diese Bilder bekommen habe. So viele Nachrichten die mir gesagt haben, dass ich sie inspiriere, Mut mache und sie es jetzt auch testen wollen. Das ist das schönste Gefühl was man haben kann.

Zwischen den „beinfrei“ Bildern und diesen Bikini Fotos liegen 1,5 Jahre und bestimmt + 10 kg. Aber soll ich euch etwas verraten? Ich habe mich noch nie besser gefühlt!

Paradox oder?

Selbstliebe beginnt im Kopf. Sich selbst so zu akzeptieren wie man ist. Man hat nur dieses eine Leben und man hat nur diesen einen Körper, deswegen sollte man sich so nehmen wie man ist. Es ist ein langer Weg, der niemals so wirklich beendet ist, weil man immer diesen Drang hat sich mit anderen Menschen zu vergleichen, aber es wird besser. Das verspreche ich. Diese negativ Gedankenspiralen im Kopf kann man stoppen und man kann sich gut fühlen, genauso wie man ist.

Mir hat mein Blog sehr dabei geholfen mich modisch auszuprobieren, neue Menschen kennenzulernen die einen einen verstehen, Erfahrungen mit einem teilen, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, Spaß zu haben und daran zu wachsen. Wenn ich auf diese Bilder zurück blicke kann ich gar nicht glauben, dass es nur 2 Jahre sind in denen ich so unglaublich viel über mich gelernt habe.

SchoenWild Plussizemodel Hamburg

Aber natürlich gibt es nicht immer nur positives Feedback! Wenn man sich der breiten anonymen Masse im Internet stellt, braucht man ein sprichwörtlich dickes Fell. Das braucht man so manches Mal, wenn Kommentare reinflattern, dass man so nicht vor die Türe gehen könne und sterben soll, weil man so fett sei. Aber auch offline bei Shootings passiert es ab und an, dass Menschen einem sagen, dass man hinter die Kamera gehört und nicht davor.

Was auch oft passiert: Ich werde unterschätzt. Als kurvige Frau muss man mit vielen Vorurteilen kämpfen. Viele Menschen ahnen nicht, das ein Blog sehr viel Arbeit ist und man sich nicht mal eben vor die Kamera stellt und ein Bild macht. Es gehört deutlich mehr dazu. Oft werde ich belächelt und erst wenn sie merken was für eine Reichweite und welche Erfolge ich mit dem Blog habe, werden sie ganz kleinlaut.

SchoenWild Plussizemodel Hamburg

MEIN WEG: DA WILL ICH HIN. ANDEREN MUT MACHEN SICH SELBST ZU LIEBEN.

Mein Traum ist es Frauen in Workshops zu zeigen wie sie das Beste aus sich rausholen. Als Make-up Artist und durch den Umgang mit unzähligen Menschen, ob mit Models oder meiner Nachbarin weiß ich genau was vielen Frauen fehlt um den letzten Funken zu entfachen um sich selbst so zu lieben wie sie sind. Ich möchte ihnen zeigen wie sie das Beste aus sich machen. Optisch und mental. Gerade im Beruf muss man sich als Frau oft doppelt so sehr unter Beweis stellen wie Männer und nichts gibt einem mehr Sicherheit als die eigene Stärke zu kennen und dabei ein stilsicheres Auftreten zu haben. So ist jedenfalls meine Erfahrung.

Ich habe gelernt Schwächen die größte Stärke zumachen. Das ist nicht immer einfach, aber hilfreich für das ganze Leben und in allen Bereichen. Wenn ich mich lieben kann, mit Größe 46, großer Oberweite und kurzen Beinen, dann können das alle anderen auch. Da bin ich mir ganz sicher.

 

Es würde mich unglaublich  freuen euren Support zu bekommen.

 

SchoenWild Plussizemodel Hamburg

Eure Jules

 

Fotos: Abbyll Chronicles, Deniz Xenia, Sebastian Zerbe & Ingrid for You <3

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7 Comments

  • Reply
    Stephanie
    11. November 2016 at 11:24

    Die Bluse <3 Dein Lippenstift <3 Die Jacke <3 Was für ein toller Blogpost! Ich lese dein Blog so gern! Vielen Dank, dass du uns an deinem Weg teilhaben lässt und uns Mut zusprichst! Ich bin wirklich froh, dass du dich für das Weitermachen entschieden hast! <3

  • Reply
    Elli
    13. November 2016 at 18:25

    Du bist eine Bereicherung für die Bloggerwelt, toll, dass du dich nie von deinem Traum hast abbringen lassen <3

  • Reply
    Sonja
    13. November 2016 at 18:34

    Du bist toll 💕 Ich wünschte solche Blogs hätte es schon gegeben als ich Teenie war. Man sollte sich lieben wie man ist. Mach weiter so…solche Vorbilder brauchen wir.

  • Reply
    Vanessa // be real. be plus.
    15. November 2016 at 19:48

    Meinen Support hast du immer gehabt und wirst ihn immer haben. Ich finde es toll, dass du deinen Weg machst und kann mich in der Geschichte so ziemlich wiedererkennen… <3

  • Reply
    Vie
    21. November 2016 at 11:59

    Du siehst toll aus! Wahnsinnig hübsch <3
    Ich bewundere deinen Mut total. Ich habe zur Zeit Größe 42 bei ca 80kg und bin doch recht unzufrieden damit, da das vor keinen zwei Jahren eher ne 38/36 war 😀 Mich selber im Bikini präsentieren? Übel. Da hab ich ja im Real Live schon echt Probleme mit. Aber du siehst super aus. Stilvoll und wunderschön. Mach bitte weiter so und lass dich niemals von Hatern oder Neidern unterkriegen.

    xx Vie
    von http://www.viejola.de

  • Reply
    Julia
    5. Dezember 2016 at 20:52

    Großartig! Weiter so, meine Liebe.

  • Reply
    Melina
    13. Januar 2017 at 21:13

    … ein unglaublich inspirierender Eintrag, der mir persönlich Mut macht.
    Ich bewundere Dich für Deinen Mut, liebe Jules. Weiter so 🙂

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